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Der Läufer-Pfarrer Feierabend wird am Dienstag 70 Jahre jung

"Feierabend" am/in der Gedächtniskirche

17.05.2004

Am 23.12.2003 veröffentlichten wir die Predigt von Pfarrer i.R. Klaus Feierabend am Vorabend des 30. real,- BERLIN-MARATHON unter: http://www.berlin-marathon.com/news/show/001729 mit der folgenden Einleitung: "Schon legendär ist die Predigt des laufenden Pfarrers i.R. Klaus Feierabend innerhalb des Oekumenischen Abendgebets in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche , jeweils am Sonnabend vor dem BERLIN-MARATHON um 20.30 Uhr. Das Gotteshaus am Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg, jetzt bei km 33 gelegen, ist seit Jahren voll besetzt. Völlig ungewöhnlich für eine Kirche ist es, wenn während der Predigt plötzlich Beifall aufbrandet. Dann hat der Kirchenmann läuferisch-kirchliche Weisheiten der Laufgemeinde präsentiert.

Klaus Feierabend lief seinen ersten BERLIN-MARATHON 1980, er gehört mit 21 erfolgreichen Teilnahmen dem BERLIN-MARATHON Jubilee-Club an. Seine ständige Startnummer beim BERLIN-MARATHON ist „210“. Insgesamt absolvierte er bisher 27 Marathonläufe, seine Bestzeit ist 3:11:40. Bei den letzten beiden Läufen konnte er wegen einer Verletzung – und jetzt wegen der ärztlichen Warnung – siehe Predigt - nicht teilnehmen". Auch 2003 "durfte" er aus gesundheitlichen Gründen leider an "seinem MARATHON" nicht teilnehmen - so bleibt es bei 21 Teilnahmen in Berlin.

Beim BERLIN-MARATHON Jubilee-Club schreibt er unter dem Stichwort mein "schönstes Erlebnis": "Die unbeschreibbare Stimmung in der Stunde vor dem Start, ich "fresse und saufe" diesen Zeitcocktail, ich spüre die Droge "laufen können". Klaus Feierabend ist ein begeisterter und begeisternder Marathonläufer geworden, er weiß in seinen Predigten die Gemeinde zu überzeugen mit Einfühlsamkeit und hintergründigem Humor, wer bisher nicht gelaufen ist, der verspürt plötzlich Lust auf die "Droge Laufen".

Wir wünschen und gönnen Klaus Feierabend noch einige frohe und fröhliche Kilometer "on the roads" - wenn es nicht der MARATHON mehr sein darf, dann genügt doch auch der HALBMARATHON!

Alles Gute zum Geburtstag - und weiterhin eine fröhliche Predigt wünschen
Horst Milde
und das Team vom real,- BERLIN-MARATHON

PS: Wer ihm schreiben will: Klaus Feierabend, Eichenweg 6, 13587 Berlin

Im folgenden wiederholen wir einen Artikel aus dem Jubiläumsheft "30 Jahre BERLIN-MARATHON 1974 - 2003:

Laufen als Fest des Lebens
Pfarrer Klaus Feierabend

„Mein Gott, kann der Mensch das schaffen.“ Pfarrer Klaus Feierabend erinnert sich an seine ersten Schritte und Gedanken als Lauter. Es ging damals um eine Strecke von 10 Kilometern. Heute gehört der Berliner längst zum Jubilee-Club des BERLIN-MARATHON: 21 Mal erreichte der 69-Jährige das Ziel. Früher spielte der Pfarrer Tennis und hatte solange nichts mit dem Laufen im Sinn. bis einer seiner Kirchenmusiker der Spandauer Nathan-Söderblom-Gemeinde feststellte: Ich werde zu dick. Laufen soll doch helfen und gesund sein." Klaus Feierabend lief mit und erzählt: „Er hatte nach sechs Monaten die Faxen dicke. ich nicht." Der Pfarrer entdeckte den Laufsport für sich und damit, wie er sagt "sehr viel Lebensfreude". Seit fast zwanzig Jahren läuft er und nach den besagten 10 km folgte 1979 ein 25-km-Lauf an der Berliner Stadtautobahn Avus. Als der BERLIN-MARATHON noch am Rande des Grunewaldes ausgetragen wurde und an einen Citylauf noch nicht zu denken war, da war er schon 1980 unter den 363 Startern.

Fünf Jahre später gab es erstmals im Rahmen des BERLIN-MARATHON das Ökumenische Abendgebet am Tag vor dem Rennen in der Kaiser Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Ein weiteres Jahr später hielt Pfarrer Klaus Feierabend die Predigt. Seitdem teilt er sich in der Regel den Gottesdienst mit seinem Kollegen von der Gedächtnis-Kirche, Knut Soppa. Schon längst zählt die Andacht zum festen Rahmenprogramm des BERLIN-MARATHON. Die Predigt von Pfarrer Feierabend ist stets „läufernah“. „Es geht um das Läuferleben und den Lebenslauf, erzählt der Pfarrer, der einmal vom Laufen als einem „Fest des Lebens" sprach. „Der Gottesdienst ist für die Läufer wie eine Art beruhigende Vorbereitung, vielleicht auch eine Angstbeseitigung vor dem nächsten Tag", erzählt Klaus Feierabend, der sich als Läufer früher mit Kritik aus der Kirche auseinandersetzen musste. Ein marathonlaufender Pfarrer, noch dazu am Sonntag, das erweckte Proteste. „Es sind gar nicht einmal die Pfarrer, die selber im Beruf sind, mit ihnen hatte ich nie Probleme. Es sind die älteren, die, wenn sie erst einmal pensioniert sind, die Kirche erst richtig leiten wollen." Über das Hobby von Pfarrer Feierabend gab es Beschwerden im Kirchenkreis und auch im kirchlichen Rundbrief. „Ich hätte meine Gemeinde im Stich gelassen, noch dazu am heiligen Sonntag", erinnert er sich an die Vorwürfe und schildert, wie er antwortete: „Meine Gemeinde hatte es gelernt, ihre Gottesdienste alleine abzuhalten; das tat sie auch wenn ich im Urlaub war. Außerdem: Schaut Euch doch an mit Eurem Übergewicht. Bewegung tut gut"

Doch Jahre später konnte Klaus Feierabend feststellen: „Ich bekomme nur noch Wohlwollen über mich und mein verrücktes Hobby zu spüren." Außerdem war er nicht der einzige laufende Pfarrer. „Ich habe gemerkt, dass so mancher vor sich hintrabt, ohne es an die große Glocke zu hängen." Über viele Jahre hinweg hatte die Nathan-Söderblom-Gemeinde von Pfarrer Feierabend sogar ihren eigenen Lauftreff.

Neben der Lebensfreude gibt der Laufsport Klaus Feierabend auch die Möglichkeit zur Denkarbeit. „Wobei es allerdings nicht darum gehen kann, beim Laufen Probleme zu bewältigen. Das wäre dann wohl ein krankhaftes Verhältnis. Aber Laufen mit den Gedanken, das ist hilfreich", erzählt der Pfarrer, der zwischen zwei und fünf Mal in der Woche läuft Im Gegensatz zur Freude am Laufen, wie er sie normalerweise verspürt, ist ein Marathonlauf für den Pfarrer „harte Arbeit". „Ich bewundere diejenigen, die neben mir hüpfen und allerlei andere Dinge machen, aber ich brauche für einen solchen Lauf alle meine Kräfte."

Verletzungsbedingt musste Pfarrer Feierabend den real,- BERLIN-MARATHON zweimal, 2000 und 2002, auslassen. In diesem Jahr möchte er aber nicht nur predigen, sondern auch wieder laufen. Es wäre insgesamt sein 28. Marathonlauf und der 22. in Berlin. „Meine Frau, meine Töchter und sogar meine Enkelkinder sagen: lass den Quatsch. Aber wenn ich es jetzt mit 69 nicht schaffe - wer weiß, wie es dann mit 70 wird."


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